Anmerkungen zur Bundesstraße 8 in Kleinostheim

Die B8 in ihrer heutigen Erscheinungsform ist abstoßend, weil sie über die Jahrzehnte vernachlässigt wurde. Von zuständiger Seite sind zwar immer wieder Studien in Auftrag gegeben worden, aber diese haben sich in der Folgezeit immer wieder als Beruhigungspille für die Betroffenen erwiesen. Die Verkehrsbelastung steigt kontinuierlich an und die Schall- und Partikelemissionen werden durch einen hohen Schwerlastverkehrsanteil und dem häufigen Stop- and Go-Verkehr bestimmt. Das Nachtfahrverbot wird regelmäßig missachtet. Die Verkehrsbelastung an Wochenenden ist zwar etwas geringer, aber die Immissionen werden dann durch schwachsinnige Poserei von 4 und 2 rädrigen Verkehrsteilnehmern auf das Alltagsniveau angehoben.
Das Grundübel der B8 liegt nicht am Umfang des zur Verfügung stehenden Verkehrsraums, sondern am mangelnden Willen zur Umgestaltung. Punktuelle Maßnahmen können zwar mehr Sicherheit für die schwächeren Verkehrsteilnehmer bieten, bleiben aber letztlich nur Stückwerk.
Eine entscheidende Änderung im Verkehrsbild kann nur erreicht werden, wenn die Fahrbahnbemessungen auf die erforderlichen Mindestmaße reduziert und die Sichtachsen so weit wie möglich gebrochen werden.
• Warum ist die Fahrbahn in weiten Bereichen breiter als 6,5m?
• Warum ist die Linksabbiegespur in die Friedhofstraße länger als die Linksabbiegespur in die
Hörsteiner Straße
• Warum ist das Abbiegen aus Anker- und Schwanengasse oft eine Mutprobe?
• Warum werden die Fahrbahnränder bis auf den inneren Ortskern durchgängig als Parkplatz
genutzt?
• Warum lässt es die Ordnungsbehörde zu, dass so viele Camper, Arbeitsfahrzeuge und
Werbeanhänger dauerhaft am Fahrbahnrand stehen?
• Warum wurde der letzte Baum gefällt, statt Neuanpflanzungen vorzunehmen?
• Warum dringt die Gemeinde nicht mit aller Macht darauf, die Ortsumfahrungen B469 und A3
verkehrstechnisch attraktiver zu machen.
Die Liste der Fragen kann beliebig verlängert werden. Eine Frage bleibt auf jeden Fall im Raum stehen: Ist die Gemeinde mit der Lösung dieses echten Problems überfordert? Sechs Jahre haben nichts verändert und es scheint unwahrscheinlich, dass – außer Kosmetik – in den nächsten sechs Jahren etwas geschieht.
Dieter Stahlbock, 2. Vors. Ortsverband Kleinostheim


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